Donnerstag, 28. Januar 2010

Schluss mit Björn in China

So, nach langem hin und her hab ich mich jetzt doch dazu entschlossen den Blog zu schliessen. Neue Projekte braucht das Land! und so muss ich ein paar alte Projekte einstellen. Die Eingewöhnungsphase hab ich dokumentiert, jetzt warten andere Aufgaben auf mich. Dankschön an alle die mitgelesen haben und ich hoffe der ein oder andere kann auch in Zukunft noch ein paar Infos daraus ziehen.

Grüsse BoYuan

Samstag, 16. Januar 2010

Beijinger Sehenswürdigkeiten – Der Himmelstempel


Temple of Heaven
Ursprünglich hochgeladen von walterbjoern



Ein paar Kilometer südlich des Tiananmen Platzes findet sich der Temple of Heaven oder Himmelspalast. Eine Anlage in der die Kaiser für eine gute Ernte predigten. Sehr oft wird die Gesamtanlage als taoistische Tempelanlage bezeichnet. Sie wurde aber bereits vor Aufkommen des Taoismus erbaut. Und zwar vom gleichen Herrscher der sich auch für die verbotene Stadt verantwortlich zeichnete. Im Zuge der olympischen Spiele wurden sowohl die Gebäude als auch die umliegenden Gartenanlagen grundlegend renoviert.

Der umgebende Park ist ein beliebter Anlaufpunkt für alt und jung. Hier kann man Chinesen beim gemeinsamen Tanzen, Kartenspielen oder Mahjong zusehen. Musiker bestaunen oder einfach mal ein wenig Ruhe genießen abseits der Großstadt.

Hier gibt es auch die ältesten Bäume Beijings, einige bis zu 800 Jahre alt. Die Anlage des Parks folgt einem strikten philosophischen Konzept. Alle Gebäude sind exakt entlang einer Längsachse ausgerichtet. Es wird sogar behauptet es sei die längste Tempelanlage der Welt.

Die größte Halle ist die für die Erbittung guter Ernten. Eine beeindruckende Halle mit 32 m Durchmesser und 38 m Höhe die wie die Figuren auf einer Hochzeitstorte auf drei übereinander gestapelten Marmorsockeln steht. Bemerkenswert ist das für das gebäude kein einziger Nagel verwendet wurde sondern die Konstruktion komplett aus Holz besteht.

Am Südende schliesst sich ein erhöhter steinerner Weg an der zu einer Kopie der Halle in einem kleineren Maßstab führt die von einer runden Wand umgeben ist, der sogenannten Echo Wand die den Schall extrem gut leitet. Noch weiter südlich findet sich dann noch ein weiterer Altar mit einer erhöhten Steinplatte in der Mitte. Angeblich soll die Stimmer einer Person die auf der Steinplatte steht besonders gut klingen.

Abgehalten wurde die Zeremonie zweimal im Jahr, der Höhepunkt lag aber am Tag der Wintersonnenwende. Der kleinste Fehler im Ablauf bedeutet ein böses Omen für das nächste Jahr. Ausgerechnet in 2009 war ich an diesem Tag da...ich war’s nicht ;-)

Grüsse BoYun

Freitag, 15. Januar 2010

Lama Tempel


Chinese Monks
Ursprünglich hochgeladen von walterbjoern

Naja ein paar wenige Bilder gibts dann doch noch :-) Vom Lama Tempel in Beijing.

Grüsse BoYuan

Update aus dem Reich der Mitte

Es gibt immer noch nichts neues über Beijing, ich hänge nämlich immer noch mit den Fotos hinterher. Es sind aber zum Glück nicht mehr in der Liste geworden denn mein Modelshooting am letzten Sonntag ist mit der Begründung Scheisswetter ausgefallen. Nun denne. Also hab ich das halbe Wochenende hinter meinem PC verbracht und auch die abende waren a letzten Wochenende nicht allzu ausufernd. Sonntag ohne hin nicht.
Am Montag stand dann nämlich ein kleiner Trip nach Chengdu an. Mal kurz so eben knappe 2.500 km fliegen, was besprechen, was essen und dann wieder heimfliegen. Man hat mich etwas verwirrt angesehen als ich dann abends noch in der Bar war. "Du wolltest doch nach Chengdu?"...... War ich auch ......"An einem Tag!" ..Bist du irre?!......Worauf ich mit einem "German Engineer...., fast, efficient, effective and totally nuts" geantwortet habe :-) Und ich hab ganz lecker gegessen. Szechuan Küche...und zwar originale. Alle scharfen Gewürze der Welt vereint. Man hat versucht mich ein wenig zu testen ;-) Aber dafür bin ich schon zu lange in China hehe. Unter anderem gab es leckere gesottene Yak-Füsse.

Die restliche Woche hat dann aber nicht mehr so viel zu bieten was reisen angeht. dafür hatten wir Alanna's Geburtstag zu feiern...und gewissermassen ihre Abschiedsparty denn sie verlässt uns leider in inpar Wochen. Wir werden in Zukunft wohl auf ihren exzellenten Jazzgesang verzichten müssen.

Dafür gab es am Donnerstag eine einmalige Premiere. Ich durfte/musste ein chinesisches Lied singen anlässlich unserer Betriebsfeier. Als Solist unterstützt durch einen kleinen Mädchenchor. Nein, es gibt weder Video noch Audioaufzeichnungen davon. ;-) Ich bin gerade erst mit einem Audiopodcast auf http://www.hellonanjing.net/ präsent wo ich mich über die Hash House Harriers auslasse. Wir haben nämlich am Sonntag wieder einen Run.

Und am Samstag ist Shopping für die Heimat eingeplant. Wer noch was möchte sollte sich melden. ich versuche diesmal nicht alles auf die letzte Minute zu besorgen. Das macht es etwas angenehmer.

Die nächste Woche wird dann wieder etwas reiseintensiver. Montag Suzhou, Dienstag Shanghai und Mittwoch bis Freitag Ningbo. Freitags zurück nach Nanjing kuz auf die Arbeit und dann werde ich übers Wochenende nach Beijing fliegen. Also eine gemütliche Woche

Grüsse BoYuan

Montag, 11. Januar 2010

Beijinger Sehenswürdigkeiten – Der Sommerpalast.

Neben der verbotenen Stadt ist der Sommerpalast ein weiteres Highlight unter den Beijinger Sehenswürdigkeiten. Eigentlich müsste er aber korrekterweise „Neuer Sommerpalast“ heißen. Denn original ist an ihm nicht allzu viel. Er wurde in seiner Geschichte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Trotzdem zählt er zum Weltkulturerbe der Menschheit und ist dementsprechend eine sehr gut besuchte Sehenswürdigkeit. Neuerdings kann man auch mit der U-Bahn hinfahren. Allerdings steigt man dann am nördlichen Tor aus und geht den Weg quasi in falscher Richtung. Mich hat’s aber nicht gestört. Wegen der Weitläufigkeit der Anlage sollte man sich mindestens einen halben Tag Zeit nehmen wenn nicht mehr. Erbaut wurde er für die Mutter des Kaisers Qianlong zur Feier des 60sten Geburtstages. Es gab aber schon eine Voranlage. Innerhalb Beijings wurde es den Kaisern im Sommer zu heiss und so zog man gerne vor sie Stadt in ein grüneres Umfeld.
Zerstört wurde er zunächst 1860 im Rahmen der Opiumkriege durch Engländer und Franzosen und dann 40 Jahre später erneut im Rahmen des Boxeraufstandes....die Bauarbeiter waren gerade erst abgezogen.....

Ehrlich gesagt war es schön im Winter da zu sein. Zwar fuhren die Boote auf dem See mangels flüssigen Nasses nicht aber dafür gab es allerlei Aktivitäten auf dem Eis zu bestaunen. Und es war nicht überlaufen, man konnte sehr gemütlich durch die Anlagen schlendern. Der See ist übrigens eine verkleinerte Kopie des See’s in Hangzhou und wurde mit Schaufeln in seine heutige Ausdehnung und Form gebracht. Eine ziemliche Scheißarbeit muss das gewesen sein.

Neben dem See gibt es etliche imposante Bauten auf dem Gelände. Gott sei Dank wurde das Zerstörungswerk von den Truppen fotographisch dokumentiert. Eine wichtige Quelle für die Restauratoren. Der ganze Komplex gilt als das Highlight der chinesischen Gartenarchitektur und man muss auch eingestehen dass man keine Kosten und Mühen gescheut hat.

Nett war es das man auch den ganzen Giebelfiguren durch das Auf und Ab innerhalb der Anlage mal näher kam....was mich aber verwundert mit der Frage zurücklässt warum da neben den Fabelwesen auch ein Prinz auf einem Huhn dabei ist. Ehrlich gesagt hat mich die Frage recht lange beschäftigt und die Antwort ist das es sich nicht um ein Huhn sondern um einen Phoenix handelt der den Prinz von Qi rettete nachdem dieser in einem Kampf unterlag. Es ist somit ein Symbol für die Rettung aus höchster Gefahr.

Übrigens hat jede Figur ihre eigene Bedeutung. Die Anzahl der Figuren richtet sich nach der Wichtigkeit des Gebäudes. Je wichtiger desto mehr Figuren. Maximal sind es neun, die gibt es aber nur bei der Halle der höchsten Harmonie in der verbotenen Stadt.

Bildr wie immer auf Flickr

Grüsse BoYuan

Sonntag, 10. Januar 2010

Beijinger Sehenswürdigkeiten – Die verbotene Stadt

Heute gibt es Fotos von der verbotenen Stadt. Einer der Hauptattraktionen Beijings. Verbotene Stadt hört sich auch schon mal gut an. Auch wenn ich an so etwas wie verbotene Städte nicht glaube. Irgendjemandem muss man ja immer Zutritt gewähren. So eine Stadt will schließlich gewartet werden. Will sagen zum Streichen nimmt man keinen Kaiser.

Ich war frühmorgens da und dann noch außerhalb der Hauptsaison was sich als ein Glücksgriff erwies denn ich konnte gemütlich durchspazieren. Es gibt auch einen Audioguide der zwar manchmal etwas widerspenstig funktioniert und stellenweise eine etwas komische Übersetzung beinhaltet aber doch sehr informativ ist. Ohne Buch oder Guide hat man kaum eine Möglichkeit die Bedeutung der einzelnen Gebäude wirklich zu verstehen. Zwar gibt es englischsprachige Schilder (bei denen man säuberlich den Schriftzug „Made possible by American Express“ überklebt hat) aber eben nicht überall.

Die Anreise zu erklären erübrigt sich. Sie liegt...nun eben...in der Mitte von Beijing an der Nordseite des Tiananmen Platzes. Die Fassade des Tores ziert das berühmte Bild von Mao. Erbaut wurde sie trotz ihrer Größe in atemberaubenden kurzen 14 Jahren. Die chinesische Vorliebe für Großprojekte zeigt sich überall. Anfangs durfte kein Gebäude die verbotene Stadt überragen was sich aber nur solange durchsetzen wie es die Ausdehnung Beijings terraintechnisch erlaubte. Bewohnt wurde sie bis 1924 von den jeweiligen Kaisern. Dann wurde PuYi der letzte Kaiser Chinas der 1911 abdanken musste aus der Stadt vertrieben. Es gibt 9999 und einen halben Raum was einen halben Raum weniger ausmacht als der Himmel Räume hat. Diese Räume verteilen sich auf 890 Gebäude und etliche Pavillons. Manche Räume lassen sich aber nur symbolisch erahnen. Was einem im Unterschied zu europäischen Palästen auffällt ist die vergleichsweise ebene und offene Bauweise. Überhaupt ist das ganze im Hinblick auf die Rituale des Kaiserreiches und nicht etwa auf besondere Wohnlichkeit ausgelegt. Viele Räume und Hallen besitzen Symbolcharakter und eine ganz bestimmte Funktion. Auch einige Exponate gibt es zu bestaunen, allerdings nicht ganz so viele da sehr viele Relikte aus der Kaiserzeit in Taiwan untergebracht sind. Zum Glück muss man sagen denn was komplett verschwiegen wird ist, dass die Kommunisten viele alte Relikte nach der Machtübernahme und insbesondere in der Kulturrevolution zerstörten. Auf jeden Fall ist es eine sehr beeindruckende Anlage in der man leicht einige Stunden zubringen kann. Insbesondere wenn man sich für die Geschichte und die Bedeutung der einzelnen Gebäude interessiert.

Man sollte auch auf die Details achten. Vieles erschließt sich einem nicht sofort und andere Dinge übersieht man einfach wenn man nicht aufpasst. Eingehende Lektüre empfiehlt sich auf jeden Fall vor dem Besuch. Ansonsten wird man die Stadt nur als eine Ansammlung von beeindruckenden Gebäuden wahrnehmen. Ich war gleich morgens um 9 da und hab bis um drei Uhr mittags gebraucht um durchzukommen. Was man nicht machen sollte ist den angeblichen Sprachstudenten oder kostenlosen Führern zu folgen. Es sei denn man will in hoffnungslos überteuerten Restaurants essen oder seine Zeit in Shops verbringen. Eine Begleiterscheinung des Tourismus ;-)

Man kann übrigens auch picknicken in der verbotenen Stadt. Allerdings nur in den kaiserlichen Gärten was ja auch irgendwie verständlich ist.
Grüsse BoYuan

Samstag, 9. Januar 2010

Beijinger Sehenswürdigkeiten – Der Zoo und das Aquarium

Der Beijinger Zoo ist der größte Zoo Chinas, ebenso wie das in ihm liegende Aquarium das größte seiner Art ist. Man liebt nun mal Großprojekte. Insgesamt umfasst die Fläche 86 Hektar. Die Anlage folgt einem klassischen chinesischen Garten. Innerhalb des Parks befinden sich allerlei alte Gebäude aus der Qing Dynastie. Relikte aus der langen Geschichte des Parks.

Leider ist der Zoo, so wie fast alle Tierattraktionen in China ein relativ trauriges Kapitel. Die Haltung der Tiere entspricht nun wirklich nicht einem artgerechten Standard. Sieht man einmal von den Pandas ab die in einer sehr komfortablen Residenz untergebracht sind. Man sieht viele verstörte Tiere. Und die noch nicht mental kaputt sind werden die Besucher schon klein kriegen. Vom Anschreien angefangen bis zum wilden Füttern kann man alles beobachten. Eigentlich sind die Besucher die eigentliche Attraktion. Das Aquarium ist hier glücklicherweise schon deutlich besser aufgestellt. Hier scheinen die Lebensbedingungen für die Tiere besser zu sein. Es ist aber auch neuer...und auf die angebotenen Tiershows könnte man getrost verzichten....sowie darauf das Fotografieren mit Blitzlicht zu erlauben.
Trotzdem passt die chinesische Einstellung zu Haustieren nicht wirklich zu einem Zoo. Im Schmetterlingshaus beispielsweise gibt es allerlei bunte Exoten zu bewundern. Und zwar nicht etwa lebend sondern aufgespießt. Als Souvenir auch in Acryl eingegossen. Das muss nun wirklich nicht sein. Genau so wenig wie die Muschelverkaufsstände im Aquarium. Ansonsten gibt es nicht viel dazu zu sagen. Schaut euch die Bilder an.

Grüsse BoYuan

Freitag, 8. Januar 2010

Shootings

So langsam wachse ich wieder ins Nanjinger Leben ein. Dafür blieb wenig Zeit um weiter Fotos zu bearbeiten. Das heißt ich muss mir was anderes einfallen lassen für den Blog und weitere Beijinger Sehenswürdigkeiten auf den Samstag verschieben. Die Tage waren aber trotzdem recht ereignisreich. Gut der Montag und Dienstag etwas weniger. Ich hab krampfhaft versucht meinen Wäscheberg zu bezwingen und die ersten Bilder zu bearbeiten. Dafür war ich dann Mittwochs zusammen mit Leonie und Alanna bei MyPlace und hab mich von JT mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen. Osso Bucco gab es dieses Mal. Ein echtes Highlight für das ich ohne zu zögern den Kantinenfrass mittags übergangen hab. Leider war der Anlass aber ein trauriger denn Alanna wird Nanjing Ende des Monats verlassen und zurück nach Australien gehen. D.h. wir verlieren unsere beste Jazzsängerin...puhh. Aber so ist das Expat Leben halt. Wenig Konstanz. Dafür hat sie aber noch einen wunderbaren Artikel im MAP Magazin bekommen. Anschließend ging es dann noch zu Jimmy's ... wohin auch sonst um an die alten Kontakte anzuknüpfen. Und um mich in Jimmy's Whisky Trail einzuschreiben. Eine Art Sammelalbum für Single Malts. Auf einer Karte gibt es insgesamt 25 Stationen die jeweils für die Verkostung eines Herstellers stehen. Wer die Karte voll hat bekommt eine Plakette mit seinem Namen in den Barhocker nebst ewigem Ruhm und einigen anderen Features. :-) Man muss die Gäste bei Laune halten hehe. Gestern hatten wir dann ein HASH Missmanagement Meeting unter Beteiligung von Anil und Fran die sich das ganze mal angesehen haben um ein Gefühl dafür zu bekommen was wir bei so einem HASH Run so alles machen. Außerdem haben sie noch einen Podcast für Hellonanjing aufgezeichnet. Nette Idee um das ganze noch ein wenig mehr zu promoten. Ich werde dann spätestens am Wochenende noch die Website mit einem erweiterten Gruppenauftritt versehen. Und mich schämen wegen des Podcasts hehe ;-)




Das wird ein arbeitsreiches Wochenende. Ich muss zusehen das ich nicht allzu sehr über die Stränge schlage :-) Am Sonntag hab ich nämlich noch mein erstes Model Shooting. So richtig mit Mädels, Stylisten, diversen Outfits etc. Da bin ich mal gespannt wie das so funktioniert. Und außerdem werde ich Entwürfe für Yan Gao ausarbeiten was die Promotionsbilder für seine Biermarke Oktoberfest angeht. Die Mikrobrauerei wächst so gut das es das ganze nämlich bald auch in Flaschen geben wird. Und da brauch er ein paar Bilder für die Plakate. Außerdem haben wir gestern die Idee für ein Bierseminar mit Brauereiführung entwickelt. Neue Projekte braucht das Land :-) Zum Start des Wochenendes werde ich aber erstmal mit Lucy und Rachel essen gehen und anschließend wohl noch ein wenig bei Jimmy rumhängen. Ach ja und dann darf ich natürlich Maple nicht vergessen und die mehr als 300 Bilder die noch auf der Festplatte schlummern. Was ein wenig kurz kommt im Moment ist meine eigene Webseite. Da muss ich am Wochenende auf jeden Fall auch was für tun. Sonst werde ich die nie online bekommen. Aber ich hab ja Samstag und Sonntag so dass das klappen sollte.



Soweit so gut, so langsam läuft das Leben wieder an nach den ruhigen Feiertagen und dem ganzen rumgereise.



Grüsse BoYuan

Mittwoch, 6. Januar 2010

Beijinger Sehenswürdigkeiten – Das Künstlerviertel Dashanzi oder 798

So die erste Sehenswürdigkeit die ich euch heute vorstelle ist das Künstlerviertel Dashanzi auch 798 genannt, eigentlich die Quartiernummer eines weitläufigen Fabrikgeländes im Osten Beijings auf dem früher Elektronikteile produziert wurden. Ein sowjetisch-chinesisches Projekt aus den Gründertagen der Volksrepublik. Genauer gesagt umfasst das heutige Künstlerviertel auch noch ein paar andere Quartiernummern aber die 798 hat sich gehalten weil sie in den chinesischen Ohren die ja an Zahlensymbolik gewöhnt sind so schön klingt. Wenn man sich die Gebäude genau betrachtet fällt einem übrigens auf das die Gebäude alle so ausgerichtet und architektonisch gestaltet sind das dass Tageslicht möglichst gleich mäßig einfällt. Auch heute noch ein A und O in Elektronikfabriken. In den neunziger Jahren wurde das Gelände dann von einigen Künstlern entdeckt die sich mehr an den überaus niedrigen Mietpreisen als an der baufälligen Substanz der Gebäude erfreuten. Natürlich aber auch am guten Licht hehe.
Von dem Ursprungscharakter ist aber nicht mehr viel übrig da das ganze mittlerweile mehr oder weniger Touristenattraktion ist und dementsprechend für viele Künstler bereits zu teuer. Dafür gibt es jetzt allerlei Straßencafes und auch ein paar Restaurants. Ehrlich gesagt war ich ein wenig enttäuscht. Ich hätte mir nach meinem Besuch im Shanghaier Künstlerviertel dann doch mehr erhofft. Es gibt viele kleine Läden die alle mehr oder weniger dasselbe verkaufen aber nicht wirklich viele die sich auf eine ganz eigene Linie eingeschossen haben. Was beliebt ist wird kopiert. Und dann riesige Galerien mit viel zu wenigen Exponaten. Ich glaub was mich am meisten gestört hat war das Durcheinandergewürfel in den meisten Gebäuden. Nicht etwa eine Gallerie nur mit Fotos sondern 3 Fotos, 2 Plastiken, eine Gipsfigur, 4 Gemälde und ein Kleiderständer mit I love Beijing T-Shirts. Dazwischen auch viele geschlossene Galerien. Wenig Substanz auf viel Fläche. Und vor allem keine Künstler...was ein wenig die alternativ-künstlerische Stimmung vermissen lässt.

Trotzdem ist es sicherlich insbesondere im Sommer schön hier durchzuspazieren und das eine oder andere Gebäude zu besuchen. Dafür war es dann doch ein wenig frisch im Winter. Es zieht wie Hechtsuppe im Quartier. Ich werde bei wärmeren Temperaturen noch einmal wiederkommen. Ein paar Fotos haben wir aber dann doch gemacht. Etliche davon von der Installation „Birthday Present“ , viele aufgehängte Messer auf die man fotolitographisch Bilder von Unrat platziert hat. Mein persönlicher Favourit unter den Kunstwerken. Als Gesamtwerk schwierig einzufangen aber man kann es lange betrachten ohne das es langweilig wird.

Die Bilder dazu gibts auf Flickr :-)
Grüsse BoYuan

Dienstag, 5. Januar 2010

Ende des Urlaubs

Schließlich und letztendlich bin ich wieder in Nanjing eingetroffen. Nach zwei Wochen irgendwie ein Gefühl als würde man wieder nach China zurückkehren. Dabei hab ich das Land doch gar nicht verlassen? Nun anders als Nanjing ist Beijing auf jeden Fall. Es wirkt geordneter und Zielgerichteter. Und dabei meine ich sowohl den Straßenverkehr als auch die Verhaltensweisen der Beijinger. Sagen wir mal es wirkt europäischer. Vielleicht war das schon immer so, vielleicht haben aber auch die groß angelegten Verhaltensschulungen vor der Olympiade Wirkung gezeigt. Ich weiß es nicht. Wenn Beijing Hamburg ist, würde ich Nanjing als Barcelona bezeichnen. Irgendwie wirken auch die Menschen distanzierter und kühler sozusagen dem Klima folgend.
Man merkt aber auch das Beijing Hauptstadt ist. Ein derart großes Warenangebot und eine so große Auswahl an importierten Lebensmitteln hab ich selbst in Shanghai noch nicht gesehen. Sogar englischsprachige Zeitschriften gibt es. Es mag an der Masse an Botschaften liegen die in Beijing angesiedelt sind. Daneben gibt es aber auch mit Abstand die meisten Touristenfallen. Von angeblichen Sprachstudenten angefangen über anhängliche Rikschafahrer etc. etc.

Beijing zu verlassen war am Schluss gar nicht so einfach. Ehrlich gesagt bin ich deutlich länger geblieben als geplant. Aber mit allerlei rumstricken und Tricks hab ich dann doch zwei Wochen in Beijing verbracht mit 6 Tagen Urlaub. Gut es war auch nicht ganz arbeitsfrei. Eigentlich wollte ich dann am Sonntag fliegen aber dank Schneechaos und den niedrigsten Temperaturen seit 40 Jahren versank Beijing im Verkehrschaos. Nachdem ich meinen Koffer bis zur Airport-Metro Station geschleppt hatte und selbige dann geschlossen war bin ich mit Maple wieder umgekehrt und hab noch eine Nacht in Beijing verbracht. Was sowieso nicht anders gegangen wäre da mein Flug abgesagt wurde. Auch am nächsten Tag war es nicht einfach zum Flughafen zu kommen aber schließlich haben wir zu viert einen Taxifahrer bequatscht uns gegen ein horrendes Trinkgeld zum Flughafen zu bringen wo ich dann glücklicherweise auch ein Ticket für den Flug nach Nanjing bekommen hab.

Aber zurück zu Beijing. Innerhalb der zwei Wochen hab ich doch eine ganze Menge von Beijing gesehen. Den Tiananmen Platz, die verbotene Stadt, den Himmels- und den Sommerpalast, den tierverachtenden Zoo und das um Klassen bessere Aquarium, das Künstlerviertel 798, das beeindruckende und deutlich größer als erwartete CCTV Gebäude, einige Hutongs, die Kneipenviertel Houhai und Sanlitun, die Wanfujing mit ihren frittierten Skorpionen, die Olympiaanlagen etc. etc. Ach ja und Weihnachten und Sylvester fanden ja auch noch statt. Mehr oder weniger zumindest ;-)

Natürlich hab ich auch Bilder gemacht. So viele das ich eine Weile damit zubringen werde sie alle auszusortieren und zu bearbeiten. Ich denke das ich versuchen werde das ganze in Orte zu unterteilen und am Tag des jeweiligen Bilderuploads auch die entsprechende Sehenswürdigkeit vorstelle. All zu viele Beiträge gab es ja nicht in der letzten Zeit in diesem Blog aber ich denke ich hab einfach mal eine Pause gebraucht. Schließlich gab es im letzten Jahr im Schnitt fast jeden Tag einen Eintrag. So viele das sich einige beschwert haben dass sie mit dem Lesen nicht nachkämen. Ich denke dieses Jahr werde ich es etwas langsamer angehen. Nicht das mir die Themen ausgehen würden aber innerhalb der ganzen verschiedenen Projekte die ich verfolge fehlt mir dann doch manchmal die Zeit euch auf dem laufenden zu halten. Die zwei Wochen Reset in denen ich zumindest nicht viel gearbeitet habe waren bitter nötig als Auszeit um den Kopf mal wieder freizubekommen.
Grüsse BoYuan